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Saisonabschlussbericht 2005

Nach dem die Saison 2005 für die Hof Jokers seit einigen Wochen Geschichte ist, sprachen die Redakteure von hof-jokers.de mit dem Head Coach Alexander Scarabello über eben jene Saison 2005. Aber auch ein kleiner Ausblick auf die Bayernliga 2006 wurde gewagt.

Webmaster: Noch mal Glückwunsch zum Meistertitel 2005 in der Verbandsliga und dem Aufstieg in die Bayernliga!

Alexander Scarabello: Danke, danke.


Webmaster: Die abgelaufene Saison ist ja nun schon ein paar Wochen vorbei. Wird schon wieder an der nächsten Saison gearbeitet oder hast Du bis jetzt Urlaub gemacht?

Alexander Scarabello: Leider konnte ich bis jetzt noch keinen Urlaub machen. Das kommt erst in einigen Tagen. Und Nein. Es wird noch nicht an der Saison 2006 gearbeitet. Aber es wird demnächst definitiv losgehen.


Webmaster: Wie muss ich mir das als Laie vorstellen. Wie bereiten sich die Coaches auf die anstehenden Aufgaben vor?

Alexander Scarabello: Nun, wir Coaches werden uns in einigen Tagen treffen und werden erstmal die abgelaufene Saison analysieren. Was war gut. Was war ehr nicht so gut…


Webmaster: Entschuldige das ich Dir ins Wort falle, aber Ihr habt eine Meisterschaft abgeliefert und das recht souverän. Da kann es doch nicht so viel Negatives geben!

Alexander Scarabello: Da täusche Dich mal nicht! Es mag ja sein das wir den Titel geholt haben und auch nur zwei Spiele verloren haben, aber nicht nur diese beiden Spiele müssen besprochen werden. Es gibt da noch etliche Punkte die wir verbessern müssen, um in der Bayernliga mithalten zu können.


Webmaster: Die da wären?

Alexander Scarabello: Wir haben z.B. ein quantitatives Problem. Wie so ziemlich alle Vereine unterhalb der GFL bzw. der 2. Bundesliga ist unser Kader einfach noch zu klein. Dies war auch ein wesentlicher Grund warum wir am Schluss der Saison in Schwierigkeiten geraden sind. Wir konnten die ganzen Verletzten bzw. spielfähigen aber angeschlagenen Spieler nicht mehr ersetzen. Und natürlich bin ich auch im qualitativen Bereich nicht zufrieden.


Webmaster:
Also das Problem mit der Quantität verstehe ich ja noch. Aber warum liegt ein qualitatives Problem vor. Immerhin habt Ihr zwei Meistertitel in zwei Jahren geholt. Seit zweimal aufgestiegen…

Alexander Scarabello: Ja, ja das stimmt schon. Es ist aber so dass wir uns zum einen nicht auf unseren Lorbeeren ausruhen dürfen. Wer meint am Gipfel zu sein, vergisst vielleicht nur nach oben zu sehen!

Zum anderen werden die kommenden Teams aus einem anderen Holz geschnitzt sein. Sind wir doch mal ehrlich. In der abgelaufenen Saison waren nur die Augsburg Raptors schon im Jahr vorher in der Verbandsliga. Alle anderen Teams kamen mit uns aus der Aufbauliga. Jetzt wartet die Bayernliga auf uns und wenn nicht wieder die komplette Verbandsliga aufsteigt, werden wir auf Mannschaften treffen die seit Jahren in der Bayernliga oder sogar in der Regionalliga gespielt haben. Ich denke das Niveau wird einfach ein anders sein. Außerdem sind wir Footballtechnisch bei weitem noch nicht da, wo wir eigentlich hinwollen.


Webmaster: Wo will den der Head Coach mit den Hof Jokers hin?

Alexander Scarabello: Natürlich möglichst schnell in die GFL. Da gehören wir hin! (*Lacht*) Ok, mal ernsthaft. Wir sind bestrebt uns immer kontinuierlich zu verbessern. In allen Bereichen. Wir wollen athletischer werden, technisch besser, aggressiver und taktisch versierter als im letzten Jahr. Und wenn wir das geschafft haben, wollen wir uns in allen Bereichen wieder steigern. Und wenn das erreicht ist, wollen wir wieder besser werden. Das ist eigentlich unsere Grundphilosophie!

Zum einen bedeutet das, dass wir also immer hart arbeiten müssen. Ganz egal wie erfolgreich die abgelaufene Saison war. Nichts ist doch langweiliger als die Erfolge von gestern. Zum anderen bilden wir uns nicht ein die Footballweisheit mit dem Löffel gefressen zu haben. Wir gehören nicht zu den Typen die meinen ein unschlagbares Spielsystem zu haben, unzweifelhafte Trainingsmethoden zu besitzen und deshalb Footballdeutschland im Sturm zu erobern.


Webmaster: Und welche Ziele werden dann in der kommende Saison verfolgt?

Alexander Scarabello: Wir wollen natürlich ganz klar den Klassenerhalt schaffen. Das ist das Minimalziel. Schön wäre es natürlich wenn wir mit dem Abstieg gar nicht zu tun hätten. Also irgendwo im Mittelfeld landen würden. Das wäre schon ein außerordentlicher Erfolg.


Webmaster: Wir haben jetzt vor allem über die Qualität gesprochen und über die Ziele in der kommenden Saison, aber wie wird das quantitative Problem gelöst?

Alexander Scarabello: Jetzt zahlt sich zum ersten Mal der Aufbau einer eigenen Jugendmannschaft aus. Es werden acht Jugendspieler in die Erste hoch kommen. Und auf diese Jungs freue ich mich ganz besonders! Unser Jugendteam war ja in den letzten beiden Jahren ebenfalls sehr erfolgreich (Anmerkung der Redaktion : Das Jugendteam wurde 2004 bayrischer Vizemeister im A3 Tackle-Football und erreichte das Halbfinale in der abgelaufenen Saison). Das heißt die Jungs wissen wie man Football spielt und sie wissen dass sich Training lohnt! Ich erwarte mir auch in dieser Hinsicht einen Schub durch die Kidz. Es wird nun schwerer einen Starterposten zu bekommen. Sie bringen also Quantität und Qualität. Ganz besonders möchte ich da den LB/FB Frank Wunderlich nennen, der momentan zum erweiterten Kreis für die bayrische Jugendauswahl gehört. Ich hoffe dass Er diese letzte Gelegenheit wahrnimmt und den Sprung in den Kader schafft.

Wir werden natürlich auch wieder mindestens ein Try-Out durchführen, um Athleten aus anderen Sportarten für uns zu gewinnen. Während der Saison sind auch noch zwei, drei Interessenten beim Training aktiv geworden. Da hoffe ich natürlich ebenfalls dass sie eine Verstärkung für uns werden.


Webmaster: Wann geht es denn wieder los mit dem Training?

Alexander Scarabello: Wir werden nach den Sommerferien mit dem Training beginnen. Kurz vorher oder nachher wird es ein Teammeeting geben. Dort werden wir mit dem Team den Weg in die Bayernliga und die nötigen Maßnahmen dafür besprechen.


Webmaster: Wird denn jemand aus dem 2005er Kader ausscheiden?

Alexander Scarabello: Bis jetzt ist mir nichts bekannt. Lediglich ein Spieler macht seine Entscheidung von gewissen gesundheitlichen Aspekten abhängig. Ansonsten werden wir, soweit jetzt absehbar, mit allen Spielern wieder antreten.


Webmaster: Also wird auch der Head Coach wieder auf dem Spielfeld zu finden sein?!?

Alexander Scarabello: Sollte mir mein geschundener Leib keinen Strich durch die Rechnung machen, werde ich auflaufen. Allerdings neigt sich meine Zeit als Spieler dem Ende zu. Aber ein, vielleicht zwei Jahre hoffe ich sind noch im Tank. Von den Ur-Jokers sind noch der Bernd Hedler, der Marcus Wachter bei uns und der Harald Rausch bei den Bayreuth Dragons aktiv. Eigentlich wollte ich mal als Letzter aus dieser Truppe aufhören. Aber ich glaube das werde ich nicht schaffen.


Webmaster: Ein letztes Thema würde ich gern noch anschneiden. Bei jedem Footballteam gibt es so die Diskussion über die Grundausrichtung. Also ist man ein Team dass über eine gute Offense verfügt oder ehr ein Team das sein Spiel über die Defense bestreitet. Wo sehen die Coaches der Jokers die Stärken ihres Teams?

Alexander Scarabello: Jahrelang denke ich waren wir ein Defense-Team. Es war, glaube ich, nie ein Vergnügen gegen unsere Defense zu spielen. Selbst in schlechten Jahren. Nun ist aber diese Frage schwer zu beantworten. Dass wir immer noch über eine sehr gute Defense verfügen steht für mich außer Frage, aber unsere Offense hat in den letzten drei Jahren eine erstaunliche Entwicklung an den Tag gelegt.

Neben den Spielern die die Vorgaben umsetzen ist das vor allem unserem Offense Coordinator Chris Brauner zu verdanken. Was Chris an Arbeit, Zeit und Kreativität investiert ist unglaublich. Chris und sein Offense-System haben wesentlich zu unserem Erfolg in den letzten Jahren beigetragen. Von daher sind wir in der schönen Situation unsere Gegner vor zwei Probleme zu stellen.


Webmaster: Danke für das Gespräch und nochmals viel Erfolg dem Team und seinen Coaches in der Bayernliga 2006.